WordPress, Craft oder Statamic? Der CMS-Vergleich für KMU

Die meisten KMU haben keine eigene IT-Abteilung. Die Website wird von der Marketingperson, der Geschäftsleitung oder manchmal von allen ein bisschen gepflegt. Genau deshalb ist die CMS-Wahl für KMU keine technische Nebensache, sondern eine Entscheidung, die den Arbeitsalltag und das Budget über Jahre prägt.

Trotzdem wird das CMS oft nach Bauchgefühl gewählt: weil eine befreundete Firma es auch nutzt, weil eine Agentur es standardmässig anbietet, oder weil der Name bekannt vorkommt. Dabei entscheiden drei Faktoren viel stärker darüber, ob ein System zu dir passt: das Lizenzmodell, das technische Prinzip dahinter, und die tatsächlichen Kosten über die gesamte Lebensdauer der Website, nicht nur die Anschaffung.

CMS-Wahl für KMU: Open Source oder proprietär, wem gehört eigentlich dein System?

WordPress ist Open Source: Der Quellcode ist frei einsehbar und kostenlos nutzbar, eine riesige Community entwickelt laufend Erweiterungen. Das bedeutet Unabhängigkeit von einem einzelnen Anbieter, aber auch: Qualität und Sicherheit der Erweiterungen variieren stark, und die Verantwortung für Wartung liegt bei dir oder deiner Agentur.

Craft CMS ist proprietär mit kommerzieller Lizenz. Das bedeutet laufende Lizenzkosten, aber auch: ein Anbieter, der das System aktiv pflegt und Verantwortung für Qualität und Sicherheit übernimmt.

Statamic bewegt sich dazwischen: Der Code ist einsehbar, für den produktiven Einsatz braucht es aber ebenfalls eine kommerzielle Lizenz. Du bekommst mehr Kontrolle als bei einem reinen SaaS-Produkt, aber weniger «Umsonst-Freiheit» als bei WordPress.

Keine dieser Optionen ist grundsätzlich besser, aber sie unterscheiden sich stark darin, wie viel Kontrolle, Unabhängigkeit und laufende Verantwortung du wirklich willst.

Das Prinzip dahinter: Wie die Systeme Inhalte wirklich verwalten

WordPress ist klassisch datenbankbasiert und ursprünglich als Blog-System entstanden. Inhalte, Struktur und Darstellung sind oft eng miteinander verknüpft, was mit Erweiterungen und Themes flexibel gemacht wird, mit dem Nebeneffekt, dass viele Websites am Ende ein Flickwerk aus unterschiedlichen Plugins sind.

Craft CMS ist von Grund auf für individuelle Content-Strukturen gebaut: Du definierst, welche Inhalte es gibt und wie sie zusammenhängen, statt dich nach einem vorgegebenen Schema zu richten. Das macht es leistungsfähig bei komplexeren, wachsenden Anforderungen, auf Kosten von etwas mehr Aufwand beim initialen Aufbau.

Statamic setzt oft auf sogenannte Flat Files statt auf eine klassische Datenbank: Inhalte werden als einzelne, lesbare Dateien gespeichert statt in Datenbanktabellen. Das macht das System schnell, schlank und entwicklerfreundlich, besonders geeignet für Websites, bei denen Inhalt und Performance im Vordergrund stehen, ohne die Komplexität grosser Redaktionssysteme.

Dieses Prinzip zu verstehen lohnt sich, weil es direkt beeinflusst, wie einfach spätere Anpassungen sind und wie stark du an einen bestimmten Anbieter oder eine bestimmte Web-Agentur gebunden bist.

Was ein CMS wirklich kostet: initial und laufend

Die Anschaffungskosten sind nur ein Teil der Rechnung. Genauso wichtig:

•   Initiale Kosten: Konzeption, individuelle Entwicklung, Einrichtung, bei Craft CMS und Statamic tendenziell höher als bei einer WordPress-Standardlösung, weil weniger von der Stange kommt.

•   Lizenz- und Hostingkosten: Bei Craft CMS und teilweise Statamic laufende Lizenzgebühren; bei WordPress keine Lizenz, dafür oft Kosten für Premium-Plugins und -Themes.

•   Wartung und Sicherheit: WordPress braucht durch die vielen Erweiterungen tendenziell mehr laufende Aufmerksamkeit, um sicher zubleiben. Craft CMS und Statamic sind schlanker, was den Wartungsaufwand oft reduziert.

•   Kosten bei Weiterentwicklung: Ein System, das nicht zu deinen Anforderungen passt, wird bei jeder Erweiterung teurer, unabhängig davon, wie günstig die Anschaffung war.

Ein System, das in der Anschaffung günstiger wirkt, kann über drei bis fünf Jahre teurer werden als eines mit höheren initialen Kosten. Deshalb lohnt sich bei der Webentwicklung der Blick auf die gesamte Lebensdauer, nicht nur auf den Projektstart.

Warum diese Entscheidung strategisch beginnt

Ein CMS ist eine langfristige Entscheidung: Ein Wechsel ist aufwendig und teuer. Deshalb lohnt es sich, sie nicht isoliert zu treffen, sondern im Zusammenhang mit deinen Wachstumsplänen, deinem Budget über mehrere Jahre und den Ressourcen, die tatsächlich für die Pflege zur Verfügung stehen.

Checkliste: Damit du bei der CMS-Wahl nichts vergisst

Damit du diese Fragen strukturiert angehen kannst, haben wir eine Checkliste zusammengestellt, die alle relevanten Punkte abdeckt: von Redaktionsbedarf über Budget bis zu Sicherheits- und Wachstumsfragen. Sie eignet sich als Grundlage für ein internes Gespräch oder als Vorbereitung für ein Erstgespräch mit uns.

[→ CMS-Wahl-Checklisteherunterladen] (https://www.hivestudio.ch/downloads/cms-wahl-checkliste)

Fazit

Die CMS-Wahl ist mehr als eine Frage des Geschmacks oder der Bekanntheit. Wer Lizenzmodell, technisches Prinzip und Gesamtkosten über die Lebensdauer der Website berücksichtigt, trifft eine Entscheidung, die trägt, statt eine, die in zwei Jahren wieder korrigiert werden muss.

Steht bei dir ein Website-Projekt oder eine CMS-Migration an? Wir beraten KMU aus Bern bei der Wahl des passenden Systems und setzen es sauber um. Vereinbare ein unverbindliches Erstgespräch.